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Appetitlosigkeit bei Senioren

Der Appetit wird im Allgemeinen als ein Zeichen von guter Gesundheit angesehen, deswegen sollte man dessen Fehlen nicht unterschätzen. Die Regale in Apotheken sind überfüllt von Medikamenten und Ergänzungsmitteln, die den Appetit, vor allem bei älteren Personen, anregen sollen.

Nicht ohne Grund – ist dieses Problem sehr ernst. Eine richtige ausgewogene Diät stellt eine Quelle an Vitaminen und Mineralien dar, diese wiederum sorgen für die Funktion des Organismus. Der Mangel oder dessen Nachlässigkeit wirken sich auch auf andere Lebensbereiche aus, von der Kraft über die körperlichen Leistungen bis hin zur psychischen Kondition.

Appetit und Alter – Zusammenhänge und Abhängigkeiten

Die Appetitlosigkeit bei älteren Menschen ist eine Folge des Alterungsprozesses. Dies ist auf die physiologischen Veränderungen im Verdauungssystem und dem Nervensystem zurückzuführen. Die Folgen von Veränderungen im Verdauungstrakt sind unter anderem: Verstopfungen, sowie reduzierte Ausscheidung von Enzymen und Hormonen, die für den Appetit und einer Verlangsamung des Stoffwechsels verantwortlich sind. Das Nervensystem und die Prozesse im Gehirn sind verantwortlich für das Hungergefühl. Der Alterungsprozess bewirkt, dass die Zentren, die für das Hunger und Sättigungsgefühl verantwortlich sind, nicht mehr richtig funktionieren. Dies hat zur Folge, dass die ältere Person nicht nur vergisst wie man Mahlzeiten zubereitet sondern auch die Notwendigkeit Nahrung aufzunehmen. Das Bewusstsein über die eigenen Grenzen führt wiederum zu depressiver Stimmung, was somit zu Appetitlosigkeit führen kann. Auf diese Weise verschlimmert sich die Situation immer mehr.

Die Appetitlosigkeit verursacht oftmals Scham und führt zu zittrigen Händen, Zahnmangel und Problemen beim Schlucken. Der Appetit kann auch durch die Einnahme von Medikamenten, die der Senior zu sich nimmt, verringert werden.

Jedoch ist dies nicht der einzige Grund, warum ältere Menschen nicht gerne Mahlzeiten zu sich nehmen. Eine wichtige Gruppe von Ursachen sind psychische Faktoren. Eine gedrückte Stimmung, Einsamkeit, Depressionen wirken sich nicht positiv auf den Appetit des Seniors aus.

Von Appetitlosigkeit zur Unterernährung

Die anfänglichen Störungen in Bezug auf den Mangel an Appetit bedeuten noch keine Unterernährung, jedoch ist es der erste Schritt in diese Richtung. Erhebliche Einschränkungen im Bereich der Nahrungsaufnahme können auf langer Sicht gesehen den Körper zerstören. Dies äußert sich in Form von: Schwächung der Immunität, reduzierte Knochenfestigkeit, Muskelschwäche, sowie eine Reihe von anderen Krankheiten (darunter auch Demenz, Alzheimer, Schizophrenie). Im Falle von Unterernährung müssen zwischen den Mahlzeiten Multivitamine sowie Eiweißreiche Ergänzungsmittel verabreicht werden. Je nach Stadium der Unterernährung kann es sogar zu einer Hospitalisierung oder parenteralen Ernährung kommen.

Appetitlosigkeit – der Kamp mit diesem Problem

Eine Schlüsselrolle spielt das Verhindern, dass die ältere Person aufhört zu Essen. Dieser Hinweis scheint einem banal, jedoch handelt es sich dabei um eine große Herausforderung. Man darf den Senior nicht zum Essen zwingen, da dies ein zusätzlicher Stressfaktor sein könnte. Es ist wichtig, dass man ständig Nahrung zuführt, deswegen bietet es sich an kleinere Portionen alle 2-3 Stunden zu sich zu nehmen. Die Mahlzeiten sollten an die Vorlieben und Nöte des Seniors angepasst werden. Man spricht viel von Gerichten mit einem hohen Kalorienanteil, jedoch sollte man dabei auch den Gesundheitszustand berücksichtigen. Es empfiehlt sich die Mahlzeiten mit Gewürzen anzureichen, wie z. B. Paprika, Koriander, Basilikum, Meerrettich, da diese den Appetit anregen. 

Genauso wichtig ist die ausreichende Zufuhr von Flüssigkeiten. Wird dies vernachlässigt, kann es zur Austrocknung des Körpers kommen. Die Austrocknung kann vor allem beim Senior ernste Probleme in der Funktion des kardiovaskulären Systems verursachen. Es wird empfohlen, dass man zu jeder Mahlzeit ein Getränk anbietet und der Kaffee und Tee am Nachmittag zum Ritual wird.

Nicht ohne Bedeutung sind auch die Umstände, unter denen man die Nahrung zu sich nimmt. Es hat sich herausgestellt, dass sich bei netter, ruhiger Atmosphäre und der Anwesenheit seiner Lieben an einem Tisch der Appetit verbessert. Auch Spaziergänge und andere Aktivitäten an der frischen Luft regen den Appetit an.

Eine andere Möglichkeit, den Appetit und die Verdauung von Senioren zu unterstützen ist die Verabreichung von angemessenen Ergänzungsmitteln. Allerdings sollte dies nicht ohne vorherige Absprache mit einem Spezialisten eingeleitet werden.

Die oben genannten Maßnahmen, sind nur Vorschläge für die Anregung des Appetites bei Senioren. Die Ernährung von älteren Personen verlangt eine individuelle Herangehensweise. Es ist schwierig alles in diesem Beriech zu verallgemeinern und alle Gewissheiten aus einem einfachen Grund zu nennen. Menschen müssen sich ab dem 65. Lebensjahr mit zahlreichen Beschwerden auseinandersetzen, treten verschiedene Heilungsmethoden an und nehmen dabei viele pharmakologische Mittel ein. All dies beeinflusst auch den Appetit. Aufgrund zahlreicher Probleme, muss man an das Thema Ernährung professionell herangehen, deswegen wird ein Besuch bei einem Spezialisten empfohlen. Solch eine Beratung scheint eine triviale Tätigkeit – jedoch sind die Vorteile von hoher Bedeutung, da sie die Lebensqualität und Lebensdauer einer älteren Person verbessern können.

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