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Grundprinzipien nach St. Hildegard von Bingen

Sie lebte um die Wende des 11. Jahrhunderts und war die erste Gründerin eines Frauenklosters. Wegen ihrer modern wirkenden und weltoffenen Einstellung verdient sie die Bezeichnung „Vorläuferin der modernen Ernährungsberatung“.

Sie war die erste Wissenschaftlerin, die die deutsche Fauna und Flora beschrieb und sie gilt auch als die erste deutsche Naturphilosophin. Eine Ärztin, die sich zu einer Zeit öffentlich zum Thema Sex und Gynäkologie äußerte, in der diese Themen ein Tabu waren. Themen wie Stress und Körperkultur waren damals noch unbekannt, sie hat auch diese aufgegriffen. Sie äußerte sich zu Moral, war Komponistin und wurde letztendlich heiliggesprochen. Die Rede ist hier von der Heiligen Hildegard von Bingen.  

Die Zusammensetzung einer Diät nach St. Hildegard

Diese Diät wird weitläufig auch als „Dinkeldiät” bezeichnet. Diese Bezeichnung ist nicht einfach so entstanden: Die Grundlage dieser Diät ist Dinkel, ein Getreide, dem eine Reihe von wertvollen Eigenschaften zugeschrieben wird, denn dieser verbessert die Effizienz des gesamten Verdauungssystems und stärkt die Immunabwehr und unterstützt die Entgiftung des Körpers. Neben Dinkel widmet St. Hildegard sich auch essbaren Kastanien und Fenchel als Grundlage für ihre entwickelte Diät. Ihrer Ansicht nach haben alle drei Komponenten einen der höchsten Nährwerte.

Daher sollten die täglichen Mahlzeiten reich an Dinkelprodukten sein, d. h. sie sollten für Nudeln, Grütze, Brot, Müsli, Cornflakes, Kleie usw. verwendet werden. Es gibt derzeit eine Reihe von Dinkelprodukten auf dem Markt, darunter: Sirup, Kaffee, Kekse und sogar Bier. Dinkel kann Bestandteil von Suppen, Schnitzeln, Salaten und Pasteten sein.

Knoblauch, Zwiebeln (nur gekocht), Petersilie, Bohnen, Karotten, rote Beete sowie Birnen, Äpfel, Johannisbeeren, Quitten, Kirschen, Brombeeren, all diese Produkte nehmen einen bedeutenden Platz in ihrer Diät ein. Früchte und Gemüse werden vorzugsweise einer Wärmebehandlung unterzogen. Milchprodukte und Fleisch sind in kleinen Mengen erlaubt.

Eine wichtige Rolle in der Diät der Heiligen Hildegard spielen Kräuter. Dafür gibt es zwei Gründe. Zum einen verbessern sie den Geschmack der Gerichte und zum zweiten unterstützen sie die Verdauung. Am wichtigsten sind hier Bertram, Galgant und Fenchelsamen. Bertram ist ein Gewürz, dass die Verdauung und Aufnahme von Inhaltsstoffen der Nahrung  unterstützt. Es wirkt stärkend und verhindert gleichzeitig Mangelerscheinungen. Galgant hingegen wird Personen empfohlen, die Probleme mit dem Kreislauf haben, weil es die Erweiterung der Blutgefäße um das Herz bewirkt und folglich eine bessere Sauerstoffversorgung ermöglicht. Außerdem Galgant den Blutdruck.

Kräutertees, Dinkelkaffee und Dinkelbier wurden von der Heiligen Hildegard besonders empfohlen. Genauso wie trockener Traubenwein, diesen sollte man jedoch verdünnen.  

Das Prinzip der Dinkel-Diät

Eine gesunde Ernährungsweise basiert bei Hildegard von Bingen auf zwei Elementen. Zum einen sind es die Bestandteile der Diät, zum anderen bestimmte Verhaltensweisen und Regeln bei der Ernährung.

  • Eine angenehme Atmosphäre beim Essen;
  • Langsames und gründliches Kauen der Nahrung;
  • Frühstücken am späten Vormittag, das gilt aber nur für gesunde Menschen
  • Ein warmes Frühstück auf Basis von Dinkel und frischem Obst;
  • Direkt vor dem Schlafengehen nichts mehr essen;
  • Zu den Mahlzeiten ausreichend trinken;
  • Die Speisen entsprechend würzen (für den besseren Geschmack und den verbesserten Stoffwechsel);
  • Die Verarbeitung der Nahrung, also das Kochen, Schmoren, Blanchieren und das Braten und Backen;

Für welche Personen ist diese Diät geeignet?

Für krebskranke Menschen: der hohe Gehalt an Thiocyanat in Dinkel verhindert die Bildung von Krebszellen (früher hatten Tumore noch keinem Namen, aber sie existierten bereits).

Für Menschen, die mit Verdauungsproblemen zu kämpfen haben: Die Ballaststoffe im Dinkel sorgen für die Darmmotilität, verbessern den Stoffwechsel und senken den Cholesterinspiegel.

Für Menschen mit Herzproblemen: Dinkel enthält ungesättigte Fettsäuren aus der Gruppe Omega 3, welche die Funktion des Herzens unterstützen. Besonders empfehlenswert für Menschen nach einem Herzinfarkt.

Für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem: Rhodanide, welche sich in den Samen befinden, bieten ein natürliches Antibiotikum, das Gesundheit und Stärke liefert. Außerdem stärken B-Vitamine, Kalium und Magnesium das Nervensystem. 

Für Schwangere: Diese Diät verursacht kein Übergewicht und garantiert aufgrund der Vitamine und Mineralstoffe eine gesunde fetale Entwicklung.

Für diejenigen, die über Haarausfall oder brüchige Nägel klagen: Der Reichtum an Kieselsäure in dieser Diät verbessert das Aussehen der Haut, Haare und Nägel.

Die Diät von St. Hildegard hat in der modernen Welt sowohl ihre Anhänger als auch Gegner. Die Einfachheit und Mäßigkeit dieser Diät verdient Anerkennung. Allerdings sind diese Regeln aufgrund der langen Zeit der Aufstellung (über 1000 Jahre) heute oft schwer umzusetzen.  

 

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