Zur Wahl stehen dann zwei Lösungen, entweder eine Betreuerin zu Hause oder eine vollstationäre Pflegeeinrichtung. Beide Lösungen haben ihre Vor- und Nachteile.
Die Familie des älteren Menschen, der wegen seiner Krankheit oder seiner Pflegebedürftigkeit nicht mehr alleine leben kann, steht vor einer Herausforderung, ihm die fachgerechte, professionelle Betreuung sichern zu müssen. In solchen Fällen ist die Wahl begrenzt. Sehr oft verzichtet einer der Familienangehörigen, zu Gunsten der Pflege zu Hause, auf sein Berufsleben und auch teilweise auf sein Privatleben. Nicht immer aber ist eine solche Lösung machbar. Oft ist es nicht möglich seine Berufstätigkeit aufzugeben oder die Betreuung zu Hause ist aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich. Manchmal sind die Wohnbedingungen unpassend (insbesondere, wenn der Pflegebedürftige bisher alleine gewohnt hat und wenn man ihn jetzt in eine kleine Wohnung aufnehmen müsste), oder man ist nicht imstande den Älteren zu betreuen, weil man schon kleine Kinder erzieht oder einen Behinderten betreut. In solchen Fällen steht die Familie des Pflegebedürftigen der Wahl: Unterbringung in einem Pflegeheim oder Anstellung einer Betreuerin zu Hause ( auf Dauer oder nur für ein paar Stunden).
Vorteile der Anstellung einer Betreuerin
In der letzten Zeit werden sehr oft zur Betreuung in Deutschland Pflegerinnen aus Osteuropa, wie Russland, Ukraine oder Polen angestellt. Eine Betreuerin zu Hause hat den Vorteil, dass der Ältere in seiner vertrauten Umgebung bleiben kann. Viele Senioren haben Angst vor dem Neuen und Unbekannten. Sie wollen in keine fremde Umgebung, möchten lieber in ihren eigenen vier Wände bleiben, denn das ist ihr Zuhause, in dem sie das ganze Leben lang gelebt haben. Pflege zu Hause ist auch eine Lösung für Familien, die sich von ihren pflegebedürftigen Angehörigen nicht für längere Zeit trennen wollen und täglich Kontakt mit ihm haben wollen, wenn sie ihm keine Rund-um-die-Uhr-Betreuung anbieten können. Gleichzeitig können sie die Situation kontrollieren und prüfen, ob ihr Verwandter in guten Händen ist.
Die Anstellung einer Betreuerin zu Hause hat auch den Vorteil, dass der Arbeitsgeber selbst entscheidet, in welchem Bereich er eine Unterstützung braucht. Er kann, zum Beispiel eine Pflegerin anstellen, die in das Haus des Pflegebedürftigen einzieht und ihn Rund-um-die-Uhr betreut. Möglich wäre auch eine Anstellung der Pflegerin für bestimmte Tage, zum Beispiel von Montag bis Freitag.
Vorteile der Pflegeheime in Polen
In den letzten Jahren ist die Anzahl der Pflegeheime in Polen – auch mit höherem Standard – deutlich angestiegen. Die Preise in den polnischen Heimen liegen zwischen 2.000,00 Zloty bis 8.000,00 Zloty im Monat (abhängig vom Standard einer Pflegeeinrichtung). Die Kosten sind jedoch viel niedriger als in den Heimen der Westeuropa. Eine richtig gewählte und angepasste Einrichtung kann dem Pflegebedürftigen alles bieten, was er zu Hause nicht für diesen Preis bekommen kann. Es geht um professionelle Betreuung durch medizinisch geschultes Pflegepersonal, um Beschäftigungstherapien mit geschulten Therapeuten, regelmäßige ärztliche Betreuung und Untersuchungen.
In guten Pflegeeinrichtungen können die Pensionäre ihre Interessen entwickeln und an den Gruppentherapien teilhaben, dank deren sie ständigen Kontakt mit anderen Menschen haben. Es werden also nicht nur ihre physischen, sondern auch psychosoziale Bedürfnisse befriedigt. Meist ist diese Lösung viel passender, denn die ältere oder kranke Person würde zu Hause keine Möglichkeit haben ihre freundschaftlichen Beziehungen zu pflegen.
Potenzielle Nachteile der beiden Lösungen
Wenn es um häusliche Betreuung geht, ist es schwierig eine geeignete Person zu finden. Sehr selten werden auch wirklich qualifizierte Pflegerinnen angestellt: sie können dem Pflegebedürftigen zwar bei allen Grundtätigkeiten des Alltags und einfachen Übungen helfen, sind jedoch nicht hundertprozentig imstande sich um den physischen und psychischen Zustand desjenigen zu kümmern. Regelmäßige Therapien und Rehabilitation können den Zustand von Patienten mit Schlaganfall oder Patienten mit emotionalen Problemen helfen. Wenn der Kranke aber professionelle Hilfe benötigt und man ihn trotzdem in keiner vollstationären Einrichtung unterbringen möchte, ist empfehlenswert als eine Betreuerin geschulte Krankenschwester für ihn anzustellen (in dem Fall werden die Pflegekosten wahrscheinlich steigen). Die Anstellung einer solchen Betreuerin wird nicht empfohlen, wenn die Wohnbedingungen viel zu wünschen übriglassen, zum Beispiel, wenn sich die Wohnung nicht umbauen lässt und wenn der Patient keine Ruhe bekommen kann.
Der Umzug in ein Pflegeheim kann für manche Patienten sehr schwierig werden. Sie können sich an die neue Umgebung nicht anpassen und haben oft Probleme mit den anderen Pflegeheimbewohnern. Das kann natürlich schwierig werden, da in einem Pflegeheim viele unterschiedliche Charaktere anzutreffen sind.
Nicht jedes Heim bietet passende Wohnbedingungen an: leider gibt es schwarze Schafe unter den Pflegeheimanbietern. Man sollte deshalb ein potenzielles Pflegeheim (in Bezug auf die Qualifikation des Pflegepersonals, Anwendung von spezieller Ausrüstung, usw.) genau prüfen. Vorteilhaft könnte eine Vereinbarung einer Probezeit mit erstmal nur kurzfristigem Vertrag sein, damit man das Heim genau prüfen kann, wenn man seinen Angehörigen besucht.
Die Wahl zwischen häuslicher Betreuung und einem Pflegeheim hängt zum großen Teil von der individuellen Situation, den Bedürfnissen des Pflegebedürftigen sowie seiner Angehörigen ab. Wenn sich die Familie eine qualifizierte Betreuerin leisten kann und dem Patienten genug Platz mit vielen Annehmlichkeiten zur Verfügung stellen kann, falls möglich auch Kontakt mit anderen Menschen sichern kann, scheint die Anstellung einer Betreuerin eine gute Wahl zu sein. Andernfalls lohnt es sich lieber über die Unterbringung in einem Pflegeheim nachzudenken.