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Sucht unter Senioren

Der Lebensabend – so wird oft das Alter bezeichnet. Theoretisch haben Senioren im Lebensabend endlich Zeit, ihren Leidenschaften nachzugehen, nahe und ferne Bekannte zu besuchen und sich um ihre Gesundheit zu kümmern.

Wie sieht es in der Praxis aus? Nun, es ist nicht immer so einfach. Leider erleben Senioren nicht immer ein ruhiges Alter. Hiermit sind nicht die  körperliche Verfassung oder gesundheitliche Probleme, die sich im Alter leider einstellen, gemeint.

Oft schaden sich ältere Personen selbst, weil sie ihr eigenes Altern und ihre auftretenden Schwächen nicht akzeptieren können. Anstatt sich über die ruhige Zeit zu freuen verfallen sie in Depressionen und greifen häufig nach Stimulanzien. Drogen, Medikamente und Alkohol sind häufige Ursachen einer Sucht bei älteren Personen - auf der ganzen Welt. Diese Suchtkann langsam zum Tod führen.

Leider werden oft Symptome oft falsch gedeutet und aufgrund des Alters auf typische Alterskrankheiten zurückgeführt.

 

Warum verfallen Senioren in eine Sucht?

Das Problem liegt immer in der menschlichen Psyche. Senioren, die bisher beruflich aktiv waren, fühlen sich auf einmal aufs Abstellgleis gestellt. Sie haben das Gefühl nicht mehr gebraucht zu werden, die Familie hat keine Zeit für sie, Freunde verlassen allmählich diese Welt. Ein solcher Blickwinkel ist sehr negativ und so überrascht es nicht, dass sie sich dazu entschließen, das Leben im Alter mit ein oder zwei Gläsern Schnaps zu verschönern. Leider beginnt so schon die Sucht. Ein Gläschen nach dem Mittagessen, ein Bierchen zum Abendbrot – und langsam verfallen sie unmerklich in die Alkoholsucht. Viele Menschen denken bei Sucht an Obdachlose und vernachlässigte Menschen. Das ist jedoch nicht immer so einfach. meistens hat jeder in der unmittelbaren Umgebung oft mehr als eine Person, die ein Alkoholproblem hat, obwohl auf den ersten Blick nichts zu sehen ist.

Bei Medikamenten ist es noch einfacher in eine Sucht abzurutschen. Ältere Menschen klagen meist über verschiedene Schmerzen. Der behandelnde Arzt verschreibt dann entsprechende Medikamente, um den Schmerz zu lindern. Der Senior fühlt sich besser und er verbindet die Verbesserung seines Zustandes mit der Aufnahme von Tabletten. Und so beginnt der Teufelskreis, der in einer Abhängigkeit endet. Es müssen keine starken Medikamente sein – oft werden ältere Menschen sogar süchtig nach rezeptfreien Schmerzmitteln.

Es gibt auch Situationen, in denen Senioren versuchen, die Zeit zurück zu drehen – zurück in die jungen Jahre, wo sie von Party zu Party gezogen sind. Und schon haben wir einen weiteren Grund dafür, warum man schnell in eine Sucht verfallen kann. 

 

 

Eine zu späte Diagnose

Das größte Problem liegt darin, dass ältere Menschen allgemein mit einer schwächeren Gesundheit in Verbindung gebracht werden. Wenn also jemand Probleme beim Sehen beobachtet und Probleme hat das Gleichgewicht zu halten, dann wird man es zunächst nicht mit den Symptomen einer Sucht assoziieren, sondern einer Alterskrankheit zuordnen. Und dies ist nicht verwunderlich, da viele nicht daran denken, dass auch Senioren einer Sucht verfallen können. Häufig wird die Sucht durch das Alleinsein gefördert. Und dieses Alleinsein führt dazu, dass die Abhängigkeit nicht so schnell ans Licht kommt. Wenn die Familie/Freunde nur selten zu Besuch kommen, lässt sich die Suchterkrankung leicht verbergen.
Auf jeden Fall sollte man nach der Entdeckung schnell reagieren und versuchen den Betroffen zu helfen. 

 

Der Senior benötigt Unterstützung

Selbst wenn der Senior meint, er brauche keine Hilfe, möchte er doch nicht vergessen werden und braucht den Kontakt zu anderen Menschen, die ihm ihre Zeit widmen. Deswegen werden BetreuerInnen so geschätzt. Sie verbringen viel Zeit mit den Senioren und sind imstande beunruhigende Symptome zu erkennen und der Familie zu melden.

Wie reagiert man und was ist das richtige Vorgehen? Aggressives Verhalten, Schreien, Erpressungen und Beschimpfungen nutzen hier nichts. So einfach ist eine Sucht nicht zu bekämpfen. Auch ältere Menschen haben ihren eigenen Willen und man darf sie nicht wie kleine Kinder behandeln, ihnen etwas verbietet und mit Strafen drohen.

Beim ersten Verdacht sollte man mit dem Betroffenen zuerst ein ruhiges Gespräch führen und versuchen zu verstehen, wie es dazu kam. Aus der Sucht heraus zukommen ist nicht leicht, deshalb sollte man einen Spezialisten aufsuchen. Es gibt verschiedene Suchttherapien, die helfen können. Voraussetzung ist aber, dass der Senior seine Sucht erkennt und die Situation ändern möchte.

Die Familie spielt dabei eine große Rolle, denn sie hat den größten Einfluss auf den Betroffenen. Sie können den Suchtkranken überzeugen, den Kampf gegen die Suchterkrankung aufzunehmen. Sicher ist das keine leichte Aufgabe.

 

Wie vermeidet man eine Sucht?

Wenn wir einen älteren Menschen in unserer Familie haben, sollten wir ihr mehr Zeit widmen. Im alltäglichen Leben vergessen wir das oft, da uns meistens die Zeit dafür fehlt. Wir sollten unsere Termine umorganisieren und mehr Zeit für unsere Angehörigen finden. Doch leider ist das nicht immer möglich, deshalb ist es in solchen Fällen ratsam, jemanden einstellen, der ab und zu nach dem Senior schaut. Dadurch kann man sichergehen, dass sich jemand um sie/ihn kümmert und bei beunruhigenden Symptomen rechtzeitig reagiert. Dies kann sogar das Leben unserer nahestehenden Person retten, denn eine Verharmlosung der Sucht kann mit dem Tod enden. 

Lista komentarzy(1)

Użytkownik Doro dnia 2019-12-12 12:02:48 napisał:
Ich hab mal gelesen, dass laut Suchtexperten älteren Menschen der Wunsch nach Alkohol geringer wird. Demenzkranke können diesen Wunsch nach Bier oder Wein regelrecht vergessen.

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