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Ernährungsempfehlungen bei Altersdemenz

Demenz, anders auch als Alterschwachsinn ist im Allgemeinen eine chronische Verschlechterung der intellektuellen Aktivität. Es wird oft heruntergespielt und als natürliches Symptom des Alterungsprozesses erkannt.

Es führt zu einer signifikanten Beeinträchtigung oder zum Verlust kognitiver Funktionen, das heißt dem Gedächtnis, Denken, Verständnis, Orientierung, Zählen, Sprechen. Die ältere Person hat Probleme mit der Durchführung der einfachsten täglichen Aktivitäten. Die Person ist nicht imstande selber Mahlzeiten zuzubereiten und diese zu sich zu nehmen und die physiologischen Bedürfnisse werden für sie zum Problem. Das Hauptsymptom der Krankheit ist der Gedächtnisverlust. Der Senior vergisst, was er zum Frühstück gegessen hat, wozu er in den Laden gegangen ist, wo er die Schlüssel hingelegt hat, wo er lebt, wie er heißt. Er hat Probleme mit dem Kurzzeitgedächtnis, er erinnert sich nicht, was vor ein paar Stunden passiert ist, aber er erinnert sich an Ereignisse, die einige ja sogar einige Jahrzehnte zurückliegen. Oft erkennt er seine Familienmitglieder nicht wieder. Der Senior wird begleitet von Apathie, Unwohlsein, Müdigkeit, Mangel an Bereitschaft zu verschiedenen Aktivitäten und zum Lernen, Angst, Depression, Stimmungsschwankungen, Wahnvorstellungen. Mit fortschreitender Krankheit wird der Patient immer abhängiger von Dritten. Es gibt viele Gründe für Demenz. Es kann eine Alzheimererkrankung, vaskuläre Demenz durch hämorrhagische oder ischämische Veränderungen im Gehirn sein, Stoffwechselstörungen, endokrine Störungen, Diabetes, HIV, Syphilis, Alkoholmissbrauch. Alle Formen der Demenz beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Leider sind die epidemiologischen Daten nicht zufriedenstellend und die Anzahl an Menschen mit Demenz steigt stets an. Im Jahre 2015 hatten weltweit rund 46 Millionen Menschen mit dieser Krankheit zu kämpfen, bis 2050 wird diese Zahl auf  131,5 Millionen steigen. Präventive Maßnahmen, die das Risiko kognitiver Störungen reduzieren, sind daher äußerst wichtig. Eine wichtige Rolle spielt die Veränderung des Lebensstils und vor allem, dass man mit dem Rauchen aufhört, körperlich regelmäßig aktiv ist, den Kontakt zur Familie und Freunden pflegt, Tätigkeiten zur Aktivierung des Gehirns: wie das Lösen von Kreuzworträtseln oder das Lesen von Büchern ausführt. Man sollte auch auf eine ausgewogene Ernährung achten, die reich an: mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien (einschließlich Vitamin C, E, β-Carotin), B-Vitamine (insbesondere Vitamin B6, B12, Folat), Vitamin D, sowie Eisen, Jod und Zink ist.

Gute und schlechte Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), wirken sich wohltuend auf den Körper aus. Die Hauptnahrungsquellen dieser Säuren sind fettige Seefische: Hering, Makrele, Thunfisch, Lachs, Kabeljau, sowie einige Meereskrebse. Sie haben entzündungshemmende, antithrombotische und blutdrucksenkende Wirkungen. Sie unterstützen den Prozess des Lernens, des Auswendiglernens und der Bewältigung von Stress und der Verzehr großer Mengen von DHA verhindert Veränderungen, die typisch für die Alzheimer-Erkrankung sind. Empfehlenswert sind auch einfach ungesättigte Fettsäuren, die in pflanzlichen Ölen vorkommen (Olivenöl, Rapsöl, Leinöl, Sonnenblumenöl, Maisöl). Gesättigte Fettsäuren wiederum, Transfettsäuren und Cholesterin erhöhen das Risiko an Demenz zu erkranken. Daher sollten Sie Fast-Food-Produkte, Süßes und salzige Snacks, Fertiggerichte, Margarinen, Sahne und Kaffeesahne, fettes Fleisch, Fleisch und Fleischprodukte meiden.

Die Kraft von Antioxidantien

Die antioxidativen Wirkungen umfassen unter anderem: Vitamin C, Vitamin E, Carotinoide, Flavonoide, Tocopherole, Vitamin D, Selen. Ihre Aufgabe ist es freie Sauerstoffradikale und die Schäden, die sie in den Nervenzellen verursachen, zu bekämpfen. Dadurch hemmen sie die Entwicklung von Demenz. Eine reiche Quelle dieser Bestandteile sind vor allem frisches Obst und Gemüse.

Vitamin C: Früchte der wilden Rose, Heidelbeeren, Zitrusfrüchte, Petersilie, Kohlgemüse, Tomaten, Kartoffeln, Meerrettich.  

Vitamin E: Pflanzliche Öle, insbesondere Sonnenblumenöl, mit diesem Inhaltsstoff angereicherte Margarinen, Sprossen und Weizenkeime.

Carotinoide: Mohrrüben, Spinat, Kürbis, rote Paprika, Tomaten, Brokkoli, Dill, Pfirsich, Aprikosen, Mango.  

Flavonoide: Zwiebeln, Tomaten, Paprika, Brokkoli, Kohl, Salat, Heidelbeere, schwarze Johannesbeere, Aronia, Weintrauben, Zitrusfrüchte, Äpfel, Kirschen, Erdbeeren, Kiwi, Rotwein, Grapefruitsaft, Tee, vor allem grüner Tee, Kaffee und Kakao. Ein Produkt, das am meisten Flavonoide besitzt, ist bittere Schokolade, die mindestens 70% enthält.

Vitamin D: Fischöl, Eier, Butter, Käse, Milch, Pilze, Hefe, Sonnenstrahlen.

Selen: Kleie, Sprossen, Getreideprodukte, Meeresfische.

B-Vitamine für eine bessere Gehirnfunktion

B-Vitamine, insbesondere Folsäure, Vitamine B6 und B12 sind essentiell für das reibungslose Funktionieren des Nervensystems und dessen Mangel erhöhen das Demenzrisiko. Vitamin B12 ist am häufigsten in tierischen Produkten vorzufinden. Um den Bedarf zu decken, sollten Sie nach Fleisch, Aufschnitt, Innereien, Fisch, Eier, Käse, Milch und Joghurt greifen. Vitamin B6 ist in Hefe, Weizenkeimen, Weizenkleie, Hülsenfrüchten, Nüssen sowie Fleisch, Eiern und Milch enthalten. Die Quellen für Folsäure sind: Kichererbsen, Spinat, Salat, weiße Bohnen, Petersilienwurzel, Eier, Rosenkohl, Grünkohl, Brokkoli, Sonnenblumen, Sesam. In kleineren Mengen sind sie auch in Leber, braunem Reis, Kirschen, Vollkorn- und Roggenbrot und Graham vorzufinden. Diese Vitamine nehmen auch am Homocystein-Stoffwechsel teil. Es ist eine Aminosäure, deren erhöhter Spiegel im Blut zum Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und der Entwicklung von kognitiven Funktionsstörungen und Demenz beiträgt. Ein erhöhter Homocysteinspiegel im Blut ist mit übermäßigen Konsum von Alkohol, Kaffee und Zigaretten verbunden. Es sollte daher vermieden werden.

 

 

Gelbes Pulver oder auch wertvolles Curcuma genannt

Curcumin ist der Hautbestandteil von Kurkuma, welches man im indischen Curry-Gewürz finden kann. Es ist nicht nur für die gelbe Farbe der Gerichte verantwortlich, sondern wirkt auch antioxidativ und entzündungshemmend und kann das Risiko von Alzheimer reduzieren.  Außerdem verzögert es den Alterungsprozess und seine Verwendung ist für den Körper sicher. Es lohnt sich daher, die Ernährung von älteren Menschen und denen, die an neurodegenerativen Störungen leiden, mit Currygewürzen zu bereichern.

Mittelmeer-Diät – für die ordnungsgemäße Erhaltung der Funktion des Nervensystems

Die Mediterrane Ernährung basiert auf gesunden Fetten, ist reich an Ölen, Fisch, das eine Quelle von Omega-3-Säuren ist, frischem Obst und Gemüse, Vollkornprodukte und wenig tierischen Fette, Cholesterin und hochverarbeiteten Lebensmitteln ist und dies spielt eine wichtige Rolle bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und unterstützt das reibungslose Funktionieren des Nervensystems. Es reduziert das Risiko von Alzheimer und Parkinson und seine gesundheitsfördernde Wirkung resultiert aus der Aufnahme einer großen Menge an Antioxidantien, Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren.  

Ein hohes Risiko für eine Mangelernährung

Ältere Menschen, die an Demenz leiden, sind besonders anfällig für eine Mangelernährung. Abhängig von der Schwere der Krankheit kommt es zu einer Anzahl von Störungen, die es schwierig oder unmöglich machen, Nahrung aufzunehmen oder Probleme bei der Fütterung verursachen. Bei dem Patienten kommt es zu Sprachstörungen, sodass sie nicht mit ihrer Pflegerin kommunizieren und ihren Willen ausdrücken können. Außerdem können sie keinen Geschmack und Aromen unterscheiden, sodass sie nicht beurteilen können ob etwas zum Essen geeignet ist oder nicht. Personen, die an Gedächtnisstörungen leiden, vergessen oft, warum sie am Tisch sitzen. Dazu kommt noch, dass es zu Veränderungen kommt, die mit dem Verlauf von Jahren verbunden sind, das bedeutet, Schwierigkeiten beim Beißen und Kauen, eine schlechtere Verdauung und Absorption von Nahrung. An dieser Stelle ist es wichtig, dass man dem Senior eine angemessene Ernährungsunterstützung zusichert. Der Patient sollte zum Essen ermutigt werden, indem man ihre/seine Lieblingsgerichte zubereitet. Man sollte auch auf die richtige Konsistenz der Nahrung achten, die das Schlucken erleichtert und die Umgebung, in der die Mahlzeit aufgenommen wird. Wenn der Patient trotz allem die Nahrungsaufnahme auf oralem Weg verweigert, sollte die Notwendigkeit einer künstlichen Ernährung in Betracht gezogen werden.  

 

LITERATURVERZEICHNIS:

Dochniak M, Ekiert K. Żywienie w prewencji i leczeniu choroby Alzheimera i choroby Parkinsona. Piel. Zdr. Publ. 2015, 5, 2, 199–208.

Granda D, Białecka A, Kałuża J, Pietruszka B. Wybrane czynniki żywieniowe związane z zachowaniem zdolności poznawczych osób starszych – część I. Witaminy. POSTĘPY DIETETYKI W GERIATRII I GERONTOLOGII 2017;1(3):5-14.

Granda D, Białecka A, Kałuża J, Pietruszka B.Wybrane czynniki żywieniowe związane z zachowaniem zdolności poznawczych osób starszych – część ii. Składniki mineralne. POSTĘPY DIETETYKI W GERIATRII I GERONTOLOGII 2018;1(4):5-13.

Babiarczyk A, Kolonko J. Decyzje związane ze sztucznym odżywianiem i nawadnianiem chorych na zaawansowaną demencję. PSYCHOGERIATRIA POLSKA 2009; 6(2):71-80.

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