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Wie man ältere Menschen vor Diebstahl schützt

Nicht selten kommt es zu Diebstählen bei Senioren. Obwohl das Bewusstsein älterer Menschen für dieses Problem zunimmt, bedeutet es nicht, dass sie weniger oft bestohlen werden. Diebe sind sehr clever und raffiniert und benutzen immer wieder neue Tricks.

 

Ältere Menschen wiederum sind empathisch und leichtgläubig, was es Räubern noch leichter macht. Wer kann ältere Menschen schützen? Die nahestehenden Personen. Aber wie?  Erkennen, erklären und beobachten.

Was sind die häufigsten Maschen der Diebe und Betrüger?

Der Enkeltrick, ein Versicherungsagent für das Rote Kreuz, ein Priester – an Ideen mangelt es den Gaunern nicht und deren Kreativität kennt keine Grenzen.

Die „Enkel” – Methode beginnt für gewöhnlich mit einem normalen Gespräch, bei dem der Dieb alle notwendigen Informationen erfragt. Der kranke „Pseudo“ - Enkel benötigt für gewöhnlich schnelle finanzielle Hilfe, aber aufgrund seiner Krankheit schickt er seinen besten Freund zur Großmutter, um das Geld abzuholen, dass ihn aus der misslichen Lage retten soll.

Die „Polizei” - Methode ist eine Art Fortführung des oben genannten Vorfalls. In diesem Fall wird die Geschädigte sofort nach der Übergabe des Geldes von einem „Freund des Enkels“ informiert, dass sie belogen wurde – ein „Polizist“ setzt sie darüber in Kenntnis, tatsächlich ist dieser „Polizist“ ein Mitglied der Bande. Um angeblich dem Dieb eine Falle zu legen und ihn so festzunehmen zu können, gibt er der geschädigten Person „Hinweise“ und belügt sie, dass er helfen wolle. Er fordert sie auf Geld an einen vorgesehenen Ort zu bringen. Dies ist ein doppelter Betrug.

Eine weitere Gruppe Verbrecher sind die „Versicherer und Vertreter“. Diese handeln auch nicht allein. Damit der Diebstahl erfolgreich ist, werden zwei Personen benötigt. Die erste Person beschäftigt sich mit der älteren Person – stellt das Angebot oder Produkte vor;  und in dieser Zeit durchsucht die zweite Person die Wohnung. Oftmals gibt es auch noch eine dritte Person, deren Aufgabe es ist, den Dieb zu decken. Sie erschleichen sich Zugang und bitten oftmals darum Geld zu wechseln oder für etwas in bar zu zahlen. Es handelt sich dabei oft um geringe Summen, so dass die ältere Person nicht den geringsten Verdacht schöpft. Das Ziel der Kriminellen ist es, den Ort herauszufinden, an dem das Geld aufbewahrt wird.

Eine weitere Betrugsmasche ist es, sich auf karitative Organisationen zu berufen oder sich als Priester auszugeben. Ein mutmaßlicher Vertreter einer Stiftung oder einer Organisation, die für eine Gesellschaft arbeitet, besucht den Senior. Er zeigt eine Sammeldose mit dem Logo einer solchen Organisation und besitzt eine entsprechende (gefälschte) Plakette.  Da das alles ziemlich echt wirkt, wird es selten von einer älteren Person in Frage gestellt.

Wie kann man Senioren vor Betrug schützen?

Erklären, warnen, wiederholen – und dies nicht nur einmal. Sensibilisieren Sie den Senior, dass seine Enkelkinder niemals in solch einer Angelegenheit anrufen werden. Bitten Sie die Familienmitglieder darum, dass sie dies bestätigen. Kriminelle könnten sich auch als enge Freunde ausgeben. Sollte es zu einer solchen Situation kommen, wird empfohlen, dass der Senior immer einen Verwandten oder Vertrauten kontaktiert (und zwar unter der Telefonnummer, die er in seinem Telefonbuch notiert hat) um die von einem Betrüger geschilderte Situation zu bestätigen, z. B.  eine Krankheit, oder finanzielle Probleme, usw.

Machen Sie dem Senior bewusst, dass die Polizei niemals nach Geld fragt. Falls die Polizei Dieben und Betrügern eine Falle stellen will, wird sie nie nach dem Geld eines Seniors fragen, sondern bei einer Aktion, um den Betrüger zu entlarven, Falschgeld verwenden.

Wenn es an der Tür klingelt und sich jemand als Vertreter einer Organisation ausgibt, sollte man niemals die Tür öffnen, ohne genau zu prüfen, ob der Ausweis echt ist. Dies ist leichter gesagt als getan. Wenn ein Senior von einem Besucher vorgegaukelt bekommt, er sei ein Vertreter des Wasserverbandes, der den Zähler ablesen möchte, wird nicht lange überlegt und der Fremde eingelassen. Natürlich gibt es reguläre Zählerableser, allerdings kündigen sich Vertreter vom Gasverband, des Elektrizitätswerkes, des Wasserverbandes oder vom Hausverwalter an. Es empfiehlt sich, dass während eines solchen angekündigten Besuches jemand mit dem Senior im Haus ist.

Priester gehen nicht von Haus zu Haus, um Spenden zu sammeln. Alle Gemeindemitglieder können in der Kirche Opfer bringen. Bei gemeinnützigen Organisationen ist es schwieriger, herauszufinden, ob ein Betrugsversuch vorliegt. Man könnte aber, wenn der Senior eine Organisation unterstützen und Spenden möchte, gemeinsam mit ihm Institutionen auswählen, die jeden Monat eine bestimmte Summe erhalten.

Jeder denkt von sich, dass er auf eine so offensichtliche Betrugsmasche nicht hereinfallen wird. Allerdings kommt es immer häufiger vor, dass der Polizei Betrugsversuche – und leider auch erfolgreiche Raubzüge bei Senioren - gemeldet werden. Obwohl die Diebstähle bei älteren Menschen von der Polizei, den Medien und den Opfern selbst stark verbreitet werden, nimmt ihre Häufigkeit nicht ab. Kriminelle finden immer wieder neue Wege, um an ihr Ziel zu gelangen.

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