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Die Ernährungsweise bei Magen-Darm-Problemen bei älteren Personen.

Magenprobleme wie Verstopfungen, Durchfall, Sodbrennen, Magen-Darm-Reflux, Blähungen betreffen oft ältere Menschen und machen ihnen das Leben schwer. Daher lohnt es sich darüber nachzudenken, woher die Probleme kommen und wie man am besten damit umgeht?

Physiologische Veränderungen

EinE der Ursachen für die entstehenden Verdauungsprobleme sind physiologische Veränderungen, die im Laufe der Jahre im menschlichen Körper stattfinden. Veränderungen im Magen-Darm-Trakt haben den größten Einfluss auf die Ernährung. Wichtige Störungen treten bereits in der Mundhöhle auf. Es kommt zu Zahnmangel und es muss eine Prothese eingesetzt werden, was das Kauen und Beißen von Nahrungsmitteln erschwert. Eine reduzierte Speichelproduktion verursacht nicht nur Mundtrockenheit, sondern auch Schwierigkeiten beim Formen und Schlucken von Nahrungsmitteln. Die Sinne wie Gefühl, Geschmack und Geruch sind beeinträchtigt, was dazu führen kann, dass man den Verzehr von wertvollen Produkten meidet oder verdorbene, schlecht gewürzte  oder abgestandene Lebensmittel zu sich nimmt. Dies kann zu einer Lebensmittelvergiftung oder einem anormalen Appetit führen. Im Laufe des Alterungsprozesses wird die Motorik des Magen-Darm-Traktes und die peristaltischen Bewegungen verlangsamt, dies ist mit einem unangenehmen Gefühl  von Nahrungsrückständen verbunden und führt zu Verstopfungen. Bei älteren Menschen verringert sich die Ausscheidung des Magensaftes und die darin enthaltene Salzsäure, was die Probleme bei der Verdauung von Nahrungsmitteln verstärkt und auch eine stärkere Vermehrung von Bakterien im Darm verursachen kann. Die Vermehrung von Bakterien verursacht nicht nur eine schlechtere Absorption sondern auch eine Reihe anderer Beschwerden wie Durchfall oder Blähungen. Ein weiteres Organ, dass nicht mehr rechtmäßig funktioniert ist die Bauchspeicheldrüse. Die Menge der produzierten Enzyme ist reduziert, was die Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen erschwert. Bei älteren Menschen tritt sehr häufig ein Laktasemangel auf, ein Enzym, das für die Verdauung von Laktose (Milchzucker) notwendig ist. Aus diesem Grund treten nach dem Trinken einer kleinen Menge Milch Blähungen, übermäßige Luft und Durchfall auf. Aus diesem Grund sollte man Milch aus der Ernährung entfernen und diese durch andere Milchprodukte – wie Joghurt, Kefir, Buttermilch ersetzen. Sie verursachen keine Beschwerden und verbessern die Darmflora.

 

Koexistierende systemische Erkrankungen

Eine bei älteren Menschen häufige Störung des Magen-Darm-Traktes ist Diabetes des Typs II.

 

Eingenommene Medikamente

Bei älteren Menschen kann man beobachten, dass es zu einer übermäßigen Einnahme von Medikamenten kommt. Es handelt sich dabei im größten Maße um nicht steroidale Medikamente (wie z. B. Ibuprofen, Aspirin), die zu Verstopfungen und Magengeschwüren führen können und weit verbreitete und leicht verfügbare, rezeptfreie Medikamente sind. Senioren greifen oft nach ihnen und denken, dass sie keine Nebenwirkungen verursachen, was offensichtlich nicht wahr ist.

 

Falsche Essgewohnheiten

Die häufig auftretenden Ernährungsfehler bei der älteren Bevölkerung sind vor allem auf den übermäßigen Verzehr von tierischen Fetten zurückzuführen und einfacher Kohlenhydrate und gleichzeitig geringer Aufnahme von Ballastoffen und Flüssigkeit, insbesondere Wasser. Eine solche Ernährungsweise zeichnet sich durch einen geringen Nährwert aus und führt zu einem Nährstoffmangel und zu Magen-Darm-Problemen.  

Die tägliche Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei der Bekämpfung von Magenbeschwerden. Manchmal reicht eine geringe Veränderung des Lebensstils aus, um diese Beschwerden zu verringern.

Bei Verstopfung wird eine ballaststoffreiche Ernährung empfohlen. Ballaststoffe übernehmen viele wichtige Funktionen, unter anderem: regeln sie die Darmfunktion, helfen Blähungen und Verstopfungen zu reduzieren, erleichtern den Stuhlgang, helfen ein normales Körpergewicht zu behalten, wirken sich auf die Normalisierung von Zucker und Lipiden im Blutserum aus, schützten vor Darmkrebs, nehmen an der Aufrechterhaltung der richtigen Darmflora teil. Eine ballaststoffreiche Ernährung kann von älteren Menschen schlecht vertragen werden, daher ist es wichtig, dass die Ballaststoffmenge individuell angepasst wird und die Ballaststoffe schrittweise in die Diät aufgenommen werden. Sie können damit beginnen helles Brot durch dunkles Vollkornbrot zu ersetzen und feine gereinigte Grütze durch dicke wie z. B.: Graupen, Buchweizen. Eine gute Quelle von Ballaststoffen sind auch Haferflocken, Kleie, Nüsse, Gemüse und Obst. Hülsenfrüchte (wie Erbsen, Bohnen, Sojabohnen, Linsen, Saubohnen) sind zwar reich an Ballaststoffen jedoch nur schwer zu verdauen und können bei älteren Menschen zu Blähungen führen. Zu den empfohlenen Nahrungsmitteln, die die Darmperistaltik beschleunigen und Verstopfungen bekämpfen, gehören:

  • Produkte, die zur Fermentation führen (Honig, Fruchtsirup, Konfitüre, getrocknete Pflaumen),
  • Fermentierende Milchprodukte (Kefir, Buttermilch, Joghurt),
  • Kohlensäurehaltige Getränke, kalte, pikante Mahlzeiten,
  • Kaffee

 

Bei einer ballaststoffreichen Ernährung ist es besonders wichtig, dass man darauf achtet, ausreichend viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Es wird empfohlen, dass man mindestens 2 Liter am Tag trinkt. Leider kann eine langfristige Anwendung dieser Diät zu einem Mangel an Zink, Eisen und Kalzium führen, was bei älteren Menschen von großer Bedeutung ist. Ein ebenso häufiges Problem bei älteren Menschen ist Durchfall. Der Grund für sein Auftreten können übermäßiger Alkohol- und Koffeinkonsum, sowie Laktoseintoleranz, Nahrungsmittelallergien oder funktionelle Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes sein. Ernährungsempfehlungen sind individuell und abhängig von den Ursachen. In diesen Situationen können sich Nahrungsmittel, die den Verdauungstrakt verlangsamen, wie: Schwarzer Tee, Kartoffelmehl, Fruchtgelee, Gelatine, trockene Produkte, heiße Getränke als hilfreich erweisen. Es ist auch wichtig, dass man eine ausreichende Menge an Flüssigkeit zuführt, um eine Austrocknung zu verhindern. Es wird empfohlen 1,5 bis 2 Liter Wasser oder schwache Kräutertees den ganzen Tag in kleinen Mengen zu trinken. Die Diät sollte leicht verdaulich sein. Daher sollte auf scharfe Gewürze, Vollkorn-Getreideprodukte, Hülsenfrüchte, Alkohol, Kaffee und fettige Mahlzeiten verzichtet werden. Obst und Gemüse sollten am besten ohne Haut, gerieben, gedünstet oder gekocht gegessen werden.

 

 

 

 

LITERATURVERZEICHNIS: Magdalena Tańska. Zasady żywienia ludzi starszych w ogólnej profilaktyce chorób dietozależnych. Żywienie a środowisko. Gdańsk 2016. Elżbieta Gabrowska, Mikołaj Spodaryk. Zasady żywienia osób w starszym wieku. Gerontologia Polska, tom 14, nr 2, 57-62.

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