Ein gutes Gehör ermöglicht es an der Welt teilzunehmen und beispielsweise bei Nichterreichbarkeit eines Telefonteilnehmers diesem Audio-Nachrichten aufzunehmen. Wenn der Empfänger eine Nachricht nicht richtig hören kann, führt dies bei Senioren oftmals zu Missverständnissen und zur Entfremdung, da eine schwerhörige ältere Person oftmals den Kontakt zu anderen Menschen meidet. Aus diesem Grund sollte man dafür sorgen, dass vor allem im Alter die Beschwerden im Zusammenhang mit dem Gehör so gering wie möglich sind.
Für ein breiteres Verständnis des Themas ist es wichtig, sich noch einmal daran zu erinnern, wie die Sinne funktionieren. Das Hören ermöglicht Schallwellen durch das Ohr zu empfangen. Eine verzerrte Wahrnehmung der Schallwellen führt zu Kommunikationsproblemen und zu Problemen mit der Umwelt.
Der Ton wird in erster Linie in der Ohrmuschel gesammelt und als nächstes läuft dieser über den Gehörgang in eine Membran, die vibriert, wenn akustische Schallwellen empfangen werden. Im nächsten Schritt wird der Ton auf drei Gehörknöchel im Mittelohr übermittelt (Amboss, Steigbügel und Hammer), wo verstärkte Schwingungen das Innenohr in Form von elektrischen Impulsen und schließlich das Gehirn erreichen. Das menschliche Ohr empfängt Schallwellen mit einer Frequenz von 16-20000 Hz.
Das Gehör verschlechtert sich im Alter.
Es ist eine Binsenwahrheit, wenn es heißt, dass das Hörvermögen mit dem Organismus altert. Ärzte vermutet, dass die erste Schwerhörigkeit bereits nach dem 25. Lebensjahr auftreten kann, was für manche Personen schockierend sein kann. Dieser Sinn verschlechtert sich etwa um 5 – 10 Dezibel in 15 Jahren. Man muss auch betonen, dass der Prozess der Verschlechterung des Gehörs nach dem 60 Lebensjahr zunimmt, die größten Probleme haben Menschen über 80. Manchmal sind die Beschwerden so ernst, dass Spezialisten diese Erkrankung als „Altersschwerhörigkeit” oder „Alterstaubheit” bezeichnen. Der natürliche Prozess des Hörverlusts hängt nicht nur von der allgemeinen Lebenshygiene ab, sondern auch von der genetischen Veranlagung.
Was beeinflusst die Verschlechterung des Gehörs?
Mechanische Verletzungen des Ohrs
Akustische Verletzungen des Ohrs (z. B. eine Explosion)
Schädeltrauma mit Fraktur der Schädelbasis
Kinderkrankheiten (Mumps, Masern)
Toxische Faktoren (z. B. Antibiotika)
Bakterielle Krankheiten und Viren (z. B. Mittelohrentzündung)
Langandauernder Lärm (laute Musik, Risikoberufe, Verkehrslärm)
Wann sollte man über die Möglichkeit einer Schwerhörigkeit bei Senioren in Betracht ziehen?
Beispielsweise wenn der Senior in das Telefon brüllt, mehrere Male bittet, dass man etwas wiederholt, oder das Radio oder den Fernseher sehr laut stellt, sollten wir gewarnt sein. Schwerhörigkeit erzeugt eine soziale Interaktion auf der Ebene Senior – und seiner unmittelbaren Umgebung. Vor allem das ständige Nachfragen des Seniors erweckt den Anschein, dass die ältere Person Probleme mit der Interpretation der gesprochene Worte hat. Solche Situationen führen zu Irritationen bei den Gesprächspartnern. Der Senior wird es meiden zu telefonieren und sich allmählich aus dem gesellschaftlichen Leben entfernen, indem er nicht das Wort ergreift z. B. während eines Gesprächs mit der Familie. Wenn sich der Alltag so dramatisch darstellt, sollte man über eine Behandlung nachdenken.
Ein Hörgerät und Hörgerät-Implantat.
Der Kampf mit dem beeinträchtigten Hörvermögen kann ein Hörgerät oder ein Implantat, dem ein Ende setzen. Als erstes kann nach Antragstellung durch den HNO-Arzt ein Teil durch den Nationalen Gesundheitsfond erstattet werden. Für seinen Einsatz spricht der nicht invasive Einsatz und die Tatsache, dass die Miniaturisierung allmählich diskreter und unauffälliger wird. Im Falle einer starken Schwerhörigkeit ist ein Hörgerät ratsam. Die Notwendigkeit der Verwendung stellt der HNO-Arzt oder der Akustiker fest. Es ist eine äußerst effektive Methode, da es schon Fälle gegeben hat, in denen solch ein Implantat das Gehör einer fast tauben Person wiedergewonnen hat. Beide Methoden führen dazu den Lebenskomfort zurückzuerhalten.
Zusammenfassend kann man sagen, dass man sich bewusst sein sollte, dass ein stufenweiser Hörverlust ein Prozess ist, der mit dem Alter zunimmt, jedoch mit Hilfe von Spezialisten eingeschränkt werden kann. Versuchen wir anstatt Irritation und Frustration den Senior mit Empathie, Betreuung und Verständnis zu überzeugen und ihm eine Problemlösung in Form eines Hörgerätes aufzuzeigen.