Deswegen verlangt man auch von Pflegerinnen, dass sie ein allgemeines Wissen über Krankheiten von älteren Personen besitzen. Es wird auch sehr gerne gesehen, wenn die Pflegerin Erste Hilfe leisten kann, falls es zu lebensgefährlichen Situationen kommen sollte.
Wie kann man helfen?
Bei der Ersten Hilfe handelt es sich um eine Reihe von Aktionen, die im Falle eines Unfalls, einer Verletzung oder einer plötzlichen Krankheit durchgeführt werden müssen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, das Leben von Patienten zu schützen und die Auswirkungen des Vorfalls zu minimieren. Die erste Hilfe sollte jedoch nicht ohne fachliches Wissen vorgenommen werden, da man anstatt zu helfen nur noch mehr Schaden zufügen kann. Daher sind Erste Hilfe Kurse so beliebt. Wenn man von Erster Hilfe spricht, so handelt es sich dabei nicht nur um Reanimationsmaßnahmen, sondern auch darum den Patienten in die stabile Seitenlage zu bringen. Die erste Tätigkeit nimmt man vor, wenn wir beim Patienten keine Atmung und Durchblutung feststellen – in diesem Fall ist es notwendig, dass man eine Herzmassage und künstliche Beatmung vornimmt. Wann sollte man einen Senior in eine stabile Seitenlage bringen?
Was ist eine stabile Seitenlage?
Unter dieser Bezeichnung verbirgt sich eine entsprechende Positionierung des Körpers, die erlaubt frei zu atmen und die Erstickungsgefahr von Blut oder Erbrochenem verhindert. Es wird bei Menschen angewandt, die bewusstlos sind und der Puls und die Atmung fühlbar sind. Denken wir jedoch daran, dass man den Senior auf gar keinen Fall in die stabile Seitenlage bringen darf, wenn auch nur der geringste Verdacht besteht, dass die Wirbelsäule beschädigt wurde. Daher wird diese Position nicht häufig bei Verkehrsunfällen verwendet, da die Möglichkeit besteht, dass die Wirbelsäule verletzt wird.
Wie bringt man einen Senior in die stabile Seitenlage?
Bevor wir den Senior in die stabile Seitenlage bringen, müssen wir daran denken, dass – im Falle wenn der Senior eine Brille trägt – diese abzunehmen. Die nächsten Schritte, die man vornehmen sollte sind:
- Sich an die Seite des Verletzten knien und die unteren Gliedmaßen gerade ausstrecken;
- Die oberen Extremitäten, die sich von der Seite der Pflegerin befinden, sollte in einem 90 Grad Winkel im Schulter- und Ellenbogengeleng nach oben platziert werden;
- Legen Sie den nächsten Oberarm über die Brust und legen Sie den Handrücken über die Wange;
- Bei den unteren Extremitäten sollte man unter das Knie greifen und es nach oben ziehen. Es ist wichtig, dass die Füße nicht vom Boden gehoben werden;
- Das Bein muss man so zu sich ziehen, dass sich der Senior auf Ihre Seite dreht;
- Wenn der Senior umgedreht ist, sollte die unteren Extremitäten, die sich oben befinden so legen, dass die Biegung im Knie- und Hüftgelenk 90 Grad beträgt;
- Im nächsten Schritt muss der Kopf leicht überstreckt werden um zu überprüfen ob die Atmung möglich ist.
Wenn all diese Maßnahmen abgeschlossen wurden und Sie auf die Ankunft des Krankenwagens warten, können Sie den Patienten mit einer Decke zudecken. Denken Sie auch daran, die Atmung des Patienten zu überwachen – sollte die Atmung aufhören, müssen Sie sofort mit den Reanimationsmaßnahmen beginnen. Wenn Sie auf den Krankenwagen warten, sollten Sie auch daran denken, dass der Patient nicht zu lange in der stabilen Seitenlage liegen darf. Nach 30 Minuten müssen Sie ihn auf die andere Seite legen.
Vor allem Ruhe bewahren
Es ist verständlich, dass ein Unfall in Verbindung mit dem Senior eine sehr stressige Situation für die Pflegerin sein kann. Aber genau dann sollte man Ruhe bewahren und sich beherrschen. Panik hilft einem nicht weiter, sie kann die Situation sogar noch verschlimmern. Wenn es schon zu einem solchen Vorfall gekommen ist, sollte die Betreuerin:
- Den Zustand des Patienten überprüfen;
- Den Krankenwagen anrufen und alle nötigen Informationen weiterleiten;
- Beginnen Erste Hilfe zu leisten.
Aus diesem Grund ist es so wichtig, dass man seine beruflichen Qualifikationen ständig verbessert. Wenn man vor dem Jobantritt einen Erste Hilfe Kurs absolviert, wird sich eine solche Person um einiges sicherer fühlen, falls es zu solch einer Situation kommen sollte. Auch die Familie des Seniors, wird um einiges ruhiger sein, wenn sie weiß, dass dessen Vater, Mutter oder Oma von einer Person betreut wird, die entsprechende Qualifikationen besitzt um Erste Hilfe zu leisten. Außerdem können solche Fähigkeiten nicht nur bei der Arbeit behilflich sein – schließlich können überall Unfälle passieren. Manchmal stellt sich heraus, dass das Wissen über die stabile Seitenlage, sowie der Mund-zu Mundbeatmung und der Herz-Rhythmus-Massage Leben retten kann. Und dies ist doch das wichtigste.