Schlechte Angewohnheiten sind besonders bei älteren Menschen schwer zu ändern, da sie sich diese seit Jahren angewöhnt haben. Bei der Pflege von Senioren trägt man auch die Verantwortung für dessen richtige Ernährung, die richtige Zubereitung und das entsprechende Servieren der Mahlzeiten, da sich dieses auf die Kondition und den Gesundheitszustand des Seniors auswirkt.
Folgen einer falschen Ernährung
Eine falsche Ernährung kann zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen. Im fortgeschrittenen Alter sind sowohl Übergewicht wie auch ein plötzlicher Gewichtsverlust sehr gefährlich. Übergewicht, das Ursache für die Überlastung von Gelenken und der Wirbelsäule ist, kann zu einer Reihe von Erkrankungen des Bewegungsapparats und sogar zu einer Behinderung führen. Übergewicht hat auch einen negativen Einfluss auf die Verfettung und führt zu einer übermäßigen Belastung und zu Krankheiten der inneren Organe und kardiovaskulären Beschwerden. Eine Gewichtsabnahme wiederrum führt zu einer Mangelversorgung der Muskeln und Knochen. Folgen daraus sind Schwäche, Probleme sich selbstständig zu bewegen, Stürze und in Folge sogar Knochenbrüche – die in einem höheren Alter besonders schwierig und langwierig zu heilen sind. Eine Schwächung des Herzens und in Folge sogar Herz und Atmungsversagen sind weitere Konsequenzen, die man unbedingt vermeiden sollte. Das Immunsystem wird zusätzlich geschwächt, was zu immer häufigeren Infektionen und gesundheitlichen Problemen führt. Der Senior fühlt sich deshalb unwohl und bekommt immer öfter schlechte Laune was zu Depressionen führen kann.
Untergewicht, Entwässerung, eine Ermüdung des Organismus und ein allgemein schlechter, psychischer Zustand sind Ursachen für das Voranschreiten oder Auftreten der Demenzkrankheit.
Allgemeine Grundsätze für die Ernährung eines Seniors
Bei einer richtigen Ernährungsweise sollten drei Grundprinzipien erfüllt werden: die Produkte sollten vielfältig sein, regelmäßig zu sich genommen werden und die Energiebilanz sollte ausgeglichen sein. Das bedeutet, dass es zu keinem Mangel oder Überschuss an Kalorien kommen sollte. Wichtig ist auch die Zubereitung der Produkte, da Senioren Nahrungsmittel schwerer verdauen können. Produkte, die dampfgegart, in Wasser gedünstet oder ohne Fett in Folie oder Pergament zubereitet werden, erleichtern den Verdauungsprozess wesentlich.
Nach dem Prinzip, dass unsere Gesundheit im Bauch beginnt, sollte man bei der Pflege einer älteren Person auf eine richtige, ausgeglichene und zugleich für das Verdauungssystem leichte Diät achten. Die Portionen sollten nicht zu groß sein, dazu aber vergleichsweise häufig, am besten 4-5 mal täglich angeboten werden, wodurch wir den Magen nicht unnötig belasten, da kleine Portionen wesentlich besser verarbeiten werden können und der Blutzuckerspiegel nicht unnötig schwankt. Die Essenszeiten und die Größe der Portionen sollten individuell an die Person angepasst werden.
Wenn der Senior noch selbstständig Essen kann, sollte man das so lange wie möglich fördern, da das für seine Psyche sehr wichtig ist. Bei Problemen mit der Nutzung des Bestecks kann man die Portionen so anrichten, dass der Senior entweder mit einem Löffel oder den Fingern die Nahrung aufnehmen kann. Bei Problemen beim Trinken helfen Strohhalme oder Trinkbecher mit Tüllen (Schnabeltassen).
Das Alter ist mit einer neuen, leichten Kost verbunden
Mit zunehmendem Alter arbeitet der menschliche Körper immer langsamer, der Verdauungstrakt wurde über die Jahre verschiedenen Veränderungen ausgesetzt und ist am Ende des Lebens weniger effizient. Die Menge an absorbiertem Speichel und Verdauungssaft nimmt ab und es kommt zu einer Reduzierung des Darmtraktes, die Darmzotten verkürzen und verbreitern sich, und die Mikro Flora nimmt ab. Dadurch wird der Verdauungsakt um einiges schwerer und die Nährstoffe können schlechter aufgenommen werden. Deshalb muss die Ernährung einer älteren Person umgestellt und an die aktuellen Anforderungen angepasst werden muss.
Der Ernährungsplan eines Seniors sollte vielseitig und reich an Vitaminen und Mineralstoffen sein, was Mangelernährung vorbeugt. In höherem Alter hat das Verdauungssystem Schwierigkeiten mit schwer verdaulichen Dingen, was zu Blähungen führen kann. Deswegen sollte man leichte Produkte mit viel Gemüse wählen. Der Senior sollte täglich 4-5 Portionen frisches, am besten rohes oder wenn nötig in Wasser gekochtes Gemüse oder Obst zu sich nehmen. Ein wichtiger Bestandteil ist weißes Fleisch (rotes Fleisch säuert den Körper) oder mageres Rindfleisch (führt Eisen zu), welches täglich in einer Menge von 150g besser gekocht, als gebraten serviert werden sollte. Man sollte auch reichhaltige Fischsorten wählen – geräucherter, in Folie gebackener, dampfgegarter Fisch, der reich an ungesättigten Fettsäuren ist (er erhöht den guten Cholesterinwert, verringert das Risiko von Blutgerinnung und Herzkrankheiten). Fetthaltige Fischsorten (wie z. B. Hering, Sprotte, Lachs oder Makrele) besitzen sehr viel Vitamin D, an dessen Mangel Senioren oft leiden, da sie zu wenig Kontakt mit der Sonne haben. Tierische Fette sollte man durch pflanzliche Fette ersetzen, wie z. B. Olivenöl, Rapsöl, Sojaöl, Maisöl oder Kokosöl. Ein wertvoller Nährstoff sind auch Milchprodukte, die reichhaltig an Calcium sind – wie z. B. Kefir, Joghurt oder Buttermilch. Unter Berücksichtigung, dass im Alter der Körper Lactose, also Milchzucker schwieriger verdaut wird, kann es nach der Aufnahme von Milch zu Blähungen und Bauchschmerzen kommen. Wenn diese Symptome auftreten, sollte man diese Produkte ganz absetzen oder dem Senior vorher Laktase zuführen, welches für die Verdauung von Lactose verantwortlich ist. Beim Ernährungsplan sollte man auch auf energiereiche Getreideprodukte achten, vor allem Vollkorngebäck und gemischte Produkte, Grütze, Reis, Kartoffeln, die man am besten dampfgegart zubereiten sollte.
Was sicherlich reduziert werden sollte, ist der Verzehr von fertigen Lebensmitteln, Lebensmittel mit hohem Fettgehalt, gebratene Produkte, einfache Kohlenhydrate (Zucker, Süßigkeiten) und Hülsenfrüchte. Diese sind zwar sehr gesund, jedoch sehr belastend für das Verdauungssystem. Der Senior sollte auch scharfe Gewürze meiden, sowie auf viel Salz verzichten und dafür mehr Kräuter verwenden, die Blähungen verhindern, wie z. B. Kümmel, Majoran oder Bohnenkraut.
Neben den oben genannten Regeln für eine gesunde Ernährung, sollte man auch auf die Einschränkungen der betroffenen Person achten, die auf eine Krankheit zurückzuführen sind und eine bestimmte Diät verlangen (Diabetes, Hypercholesterinämie, Laktose-Intoleranz), eine Erholungsphase nach einer Operation, Allergien oder chronische Verstopfungen. In solchen Situationen sollte man immer den Arzt oder den Diätassistenten konsultieren. Allerdings empfiehlt man im Falle von Verstopfung Produkte, die reich an Ballaststoffen sind, wie getrocknetes Obst oder Gemüsesäfte die man in die Ernährung mit aufzunehmen kann.
Auch die Zufuhr von Wasser – 2 Liter täglich ist sehr wichtig, da im Alter das Durstgefühl nicht mehr so stark ist. Damit es nicht zur Entwässerung kommt, sollte man die tägliche Zufuhr von Flüssigkeit in kleine Portionen aufteilen und mehrmals täglich zuführen. Neben gutem, mineralisiertem Wasser kann man hier auch Gemüsesäfte, flüssige Suppen, fermentierte Milchgetränke (Joghurt, Kefir, Buttermilch), wenig gesüßte Kompotts und Früchte- oder Kräutertees anbieten. Allerdings sollte man auf Getränke mit hohem Phosphatanteil (z. B. Cola) oder Säfte aus dem Karton mit vielen Konservierungsstoffen verzichten.
Wenn das Problem ein schlechter Appetit ist
Oft haben ältere Menschen weniger Appetit, was auf die geringere körperliche Aktivität und dem daraus resultierendem geringerem Energieverbrauch zurückzuführen ist. Indirekt kann dies mit einer Abnahme der fettfreien Körpermasse bei gleichzeitiger Erhöhung des Fettgewebes verbunden sein. Die empfohlene Kalorienzufuhr für Menschen, die die Schwelle von 65 Jahren überschritten haben, und einen sehr aktiven Lebensstil führen, beläuft sich auf 1.750 Kalorien pro Tag für Frauen und 1.950 Kalorien pro Tag für Männer. Diese Energiemenge ist ausreichend und führt zu keinem Defizit.
Man sollte bedenken, dass das Hormon Grehlin für den Appetit verantwortlich ist und dieses bei älteren Menschen im Vergleich zu jüngeren stark reduziert ist. Eine weitere Ursache für einen geringeren Appetit kann die Einnahme von Medikamenten, eine geringere Funktion der inneren Organe, darunter Leber und Bauchspeicheldrüse, sein. Um den Appetit anzuregen, sollte man darauf achten, dass die Portionen nett serviert werden, lecker aussehen und schön bunt sind, so wie sie der Senior mag. Das Essen sollte in einer angenehmen Atmosphäre, Ruhe und netten Umgebung zu sich genommen werden.
Zahnmangel
Manchmal ist das Fehlen von Zähnen ein ziemlich ernstes Problem – dies erschwert nicht nur das Kauen und Zerkleinern der Nahrung, was wiederum der Verdauung schadet, sondern führt dazu, dass die ältere Person weniger isst. Senioren essen in solchen Situationen wenig frisches Obst, Gemüse, Vollkornprodukte und andere harte und reichhaltige Produkte. In solchen Situationen ist es gut, wenn die Nahrung zerkleinert oder so zubereitet wird, dass sie einfach aufgenommen werden kann, z. B. in Form einer Suppe oder feine Salate. Natürlich darf man die pflegebedürftige Person nicht zum Essen zwingen, allerdings sollte man auch nicht zulassen, dass Mahlzeiten ausgelassen werden und dies sich wiederholt.
Einige Worte zum Abschluss
Wenn es erforderlich ist, kann man die Hilfe von Pharmazeutika heranziehen, die das Verdauungssystem unterstützen und die notwendigen Vitamine und Mineralien liefern, was in manchen Fällen unzureichend aufgenommen wird. Man sollte daran denken, dass sich im Alter der Organismus verändert und es deswegen gut ist, wenn man Produkte für „Senioren” verwendet, die extra für dieses Alter vorgesehen sind und von denen es eine große Auswahl auf dem Markt gibt.
Das Essen sollte ein Genuss sein, jedoch darf man den gesundheitlichen Aspekt nicht aus den Augen verlieren und den Senior nur verwöhnen, ohne dabei auf die grundlegenden Regeln einer richtigen Ernährungsweise zu achten. Jedoch kann man die Mahlzeiten so zubereiten und die Produkte so kombinieren, dass all diese Komponenten beachtet werden.