Man sollte sich vor dem Arbeitsantritt mit diesen Unterschieden vertraut machen, damit es nicht zu einem „kulturellen Schock“ kommt. Eins ist sicher – die Deutschen erwarten die Geburt Jesu um einiges bunter und fröhlicher.
Was ist der Advent?
Aus liturgischer Sicht ist der Advent der Beginn des neuen liturgischen Jahres. Diese Periode dauert vier Wochen, beginnend mit dem ersten Vesper im November und endet erst am 24. Dezember, dem Heiligabend. Während dieser Zeit tragen die Priester in der Kirche lilafarbene Gewänder. Die Adventszeit ist in mehrere Teile untergliedert. Der erste Teil dauert bis zum 16. Dezember und ist die Zeit, in der wir uns auf die Wiederkunft Christi am Tag des Jüngsten Gerichts, also der Parusie konzentrieren. Die zweite Periode beginnt am 17. Dezember und endet am 24. – in dieser Zeit konzentrieren sich die Christen auf die Ankunft Jesu und erwarten ihn. In Polen werden nicht viele weitere Adventstraditionen gepflegt als die der Kirchenkulturen. Dazu zählt unter anderem das Anzünden der Kerzen am Adventskranz – er enthält vier Kerzen, die jeden Sonntag nach und nach symbolisch angezündet werden. In den Kirchen wird während der Sonntagsmessen eine weitere Kerzen angezündet. Viele Personen haben auch zu Hause einen Adventskranz. Eine weitere Tradition, die mit der Wartezeit auf das Kommen Jesu verbunden ist, ist die Morgenandacht der Jungfrau Maria, die als Roratemesse bezeichnet wird. Kinder gehen im Morgengrauen mit handgemachten Laternen. Wenn es um Kinder geht, so lieben diese vor allem den Adventskalender. Man kann sie selbst gestalten oder fertig kaufen. Die Idee ist einfach – dank des Adventskalenders zählt man die Zeit bis zum Heiligabend. In jedem geöffneten Fenster gibt es eine süße Überraschung.
Ein froher Advent hinter der Grenze
Man muss zugeben, dass die Deutschen mit Freude die Wartezeit auf Weihnachten erleben. Wenn man diese Zeit bei einer deutschen Familie verbringt, wird es bestimmt eine unvergessliche Zeit werden. Warum? In Deutschland ist der Advent eine farbenfrohe, fröhliche und bunte Zeit, die reich an zahlreichen Attraktionen ist, die man in Polen nicht allzu oft antrifft. Natürlich gibt es auch gemeinsame Elemente, wie den Adventskranz. In Deutschland finden wir ihn jedoch in jedem Haus und nicht nur in den Kirchen. Der Adventskranz sollte aus grünen Zweigen bestehen, die Hoffnung symbolisieren und mit einem violetten Band gebunden sein, dass die Reflexion über die Vergangenheit bedeutet, während die vier Kerzen, die rot sein sollten, da sie für das Blut Christi stehen, jeden Sonntag nach und nach angezündet werden und die Wartezeit symbolisieren. Der Deutsche Advent wird vor allem mit deutschen Weihnachtsmärkten verbunden. Der bekannteste Weihnachtsmarkt findet in Nürnberg statt – wenn die Möglichkeit besteht, lohnt sich eine Reise dorthin. Wie sehen Weihnachtsmärkte aus? Es ist bunt, voller Düfte und Aromen, wo man Adventskekse, Malzbier und köstliche deutsche Küche probieren kann. Es ist auch die Zeit, um viele schöne Weihnachtsdekorationen zu kaufen oder mit anderen Teilnehmern des Weihnachtsmarktes Weihnachtslieder zu singen. Eine weitere Adventsgewohnheit unserer deutschen Nachbarn sind Dekorationen in den Fenstern – Sterne, Lichter und verschiedene Papierdekorationen. Wenn es um den Adventskalender geht, so ist dieser eine Pflicht in deutschen Häusern. Hausfrauen machen solche Meisterwerke oftmals selbst und erfreuen so die Mitbewohner des Hauses. In der Adventszeit wird in vielen deutschen Häusern bereits der Adventsbaum aufgestellt – jedoch sollte dies niemanden wundern, da der Brauch den Weihnachtsbaum zu schmücken aus dem Rheinland kommt. Ein weiterer Brauch in der Adventszeit ist das Backen von speziellen Weihnachtsplätzchen. Wunderschön dekoriert werden sie später zu einem idealen Geschenk für die Lieben.
Eine großartige Zeit, unabhängig von den Unterschieden
Man kann definitiv sagen, dass der deutsche Advent eine bunte und fröhliche Zeit ist. Natürlich ist es nicht verboten den Advent liturgisch zu feiern, an Gottesdiensten teilzunehmen oder sich nicht zu vergnügen. Viel mehr Wert wird allerdings auf das freudige Warten gelegt. Und dies ist ein sehr vernünftiger Ansatz, denn es ist eine fröhliche Zeit im Jahr, in der wir auf das Kommen des Erlösers warten, Weihnachten. Es gibt keinen Grund traurig zu sein. Wenn die Pflegerin einer älteren Person sich in dieser Zeit in Deutschland befindet, hat sie die Möglichkeit all diese Bräuche kennenzulernen. Nicht nur das, es ist auch eine gute Gelegenheit, um mit dem Senior eine schönem Zeit zu verbringen – indem sie Weihnachtsdekorationen vorbereiten oder gemeinsam Kekse backen, so gelingt es ihnen, eine noch stärkere Beziehung aufzubauen.