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Wenn der Senior süchtig nach Fernsehen ist

Im Alter hat der Mensch keine beruflichen Verpflichtungen mehr und die Familie und Kinder benötigen auch keine Zeit und Aufmerksamkeit mehr.

Jedoch kommt es immer öfter dazu, dass solch einer Person das Interesse oder eine Leidenschaft fehlt und er/sie sich zu keiner Aktivität hingezogen fühlt – daraus ergibt sich ein Übermaß an nicht verplanter Zeit. Wenn es dazu noch zu einer Isolierung, Einsamkeit und Leere kommt, die fast immer zeitgleich auftreten, ist es kein Wunder, dass der Senior etwas Neues sucht. Diese Stelle nimmt oftmals der Fernseher ein – eines der am meisten zugänglichen und am meisten einnehmenden Zeit, um sich abzulenken. Jedoch stellt dies auch eine Gefahr dar.

Ursachen für die Sucht nach Fernsehen

Fernsehen charakterisiert sich durch die leichte Zugänglichkeit und Universalität und ist relativ preiswert. Es kann ein Arzneimittel für Einsamkeit und den Kontakt mit anderen Menschen sein und erfordert zudem kein Engagement und man muss nicht einmal aus dem Haus. Jedoch ist es auch ein hohes Risiko, dass man abhängig wird, was sich unter anderem daraus ergibt, dass es eine enorm hohe Wirkungskraft hat. Berücksichtigen wir auch, dass ein Buch oder das Hören einer Rundfunksendung die Phantasie anregt, jedoch die Bilder, die man auf dem Bildschirm sieht nur dazu führen, dass sich der Mensch aus dem Leben ausschaltet und in eine Welt der Illusion flüchtet – was manchmal sehr verlockend sein kann. Wir müssen uns klar machen, dass ein häufiger Kontakt mit dem Fernseher eine Flucht vor den eigenen Problemen ist, mit denen wir uns täglich auseinandersetzen müssen und die man so für einen kurzen Zeitpunkt vergessen kann. Jedoch ist dies keine zufriedenstellende Lösung, da die Probleme so nicht kleiner werden und nichts in der Welt eine echte, ehrliche Beziehung mit einem Menschen, der einen in schwierigen Momenten unterstützt, ersetzen kann. Von den Personen im Fernsehen können wir kein Verständnis, Empathie oder konkrete Hilfe erwarten, was in solchen Momenten am meisten benötigt wird, um emotional ins Gleichgewicht zu kommen.  

Anzeichen für eine Fernsehsucht

Es gibt Personen, die das Fernsehen den ganzen Tag über begleitet – sei es während der alltäglichen Hektik oder Entspannung, zu den Mahlzeiten und während Gäste im Haus sind und man nicht bemerkt, dass es nicht anders geht. Wenn wir bemerken, dass der Senior zu viel Zeit vor dem Fernseher verbringt und dass die Welt, die im Fernsehen gezeigt wird, über alles gesetzt wird und er/sie jegliche Motivation verliert Kontakt zu anderen Menschen aufzunehmen, kann dies einen beunruhigen und darauf hinweisen, dass wir es mit einem Problem zu tun haben. In solch einer Situation sollte man vor allem auf Signale achten, die eine Fernsehsucht charakterisieren. Dazu gehört beispielweise das Verlegen von verschiedenen Aktivitäten auf einen späteren Zeitpunkt, um wenigstens noch ein paar Minuten Fernsehen zu schauen und man so den Überblick über die Zeit verliert. Das hat allerdings noch nichts zu bedeuten. Das Problem entsteht erst, wenn das Fernsehprogramm über alles gestellt wird und die Beziehung zu anderen Menschen an zweiter Stelle, hinter Serien, Reportagen, Informationsprogrammen, gestellt wird. Beunruhigend können auch die Aussagen von dritten Personen sein, die sich beiseitegeschoben fühlen. Von einer vorangeschrittenen Fernsehsucht können wir sprechen, wenn wir beim Senior Gereiztheit, Aggressionen und Angst bemerken, sobald der Senior nicht mehr Fernsehen schauen kann oder ein Programm unterbrechen muss. Solch eine Reaktion verdeutlicht, dass ein fehlender Fernsehkontakt sehr schmerzhaft ist und die Person nicht imstande ist darauf zu verzichten. In extremen Fällen kann es soweit kommen, dass sich die Person in dem Leben von Filmfiguren verliert, sich versucht mit Helden zu identifizieren oder sie wie seine zweite Familie behandelt.  

Die ersten Symptome können fast unbemerkt bleiben, wenn man jedoch nicht rechtzeitig handelt, kann es sehr schnell zu einem Voranschreiten der Sucht kommen. Dieser Prozess führt dazu, dass man immer mehr seine Freiheit, Werte, Beziehungen zur Umwelt verliert.   Abhängige Menschen verlieren die Motivation etwas in ihrem Leben zu verändern und im schlimmsten Fall flüchten sie vor den Bildschirm, wodurch die Sucht nur noch vertieft wird.

Folgen einer Fernsehsucht

Eine süchtige Person verbringt oft Stunden vor dem Fernsehen, ohne sich dessen bewusst zu sein, wodurch sich die Familienbeziehungen lockern und es zu Konflikten kommt. Obwohl man in erster Linie unterhalten werden sollte, ist ein Überfluss an Informationen nicht gut für den Körper, es verstärkt die Müdigkeit, beeinflusst das Nervensystem, die Wirbelsäule und das gesamte Gelenksystem, welche Bewegung benötigen. Es kann auch zu Kopfschmerzen kommen. Auch die Augen leiden und tuen weh, was dazu führen kann, dass sich das Sehvermögen verändert oder noch weiter verschlechtert. Fernsehen verlangt eine stille Haltung und führt dadurch zu Übergewicht und Diabetes. Dieses Medium ist zwar wichtig für die Menschheit, allerdings kann ein Übermaß eine narkotisierende Funktion haben. Viele Psychologen sind der Ansicht, dass ein mehrstündiges Absitzen vorm Fernseher dem Menschen viele negative Impulse zuführt und ihn somit zusätzlichem Stress ausliefert. Das schnelle Umschalten der Kanäle, sowie ein Überfluss an Informationen können vor allem bei älteren Personen dazu führen, dass die aufgenommenen Informationen nicht schnell genug verarbeitet werden können. Dies wiederum wirkt sich auf die Zustände der Reizbarkeit oder Apathie und Gleichgültigkeit aus. Aufgrund der Tatsache, dass das Fernsehen nicht zum selbstständigen Denken anregt, sondern langfristig gesehen Konzentrationsprobleme und Gedächtnisstörungen und sogar verschiedene psychische Störungen hervorrufen kann.

Vorbeugung und Bekämpfung von Fernsehsucht

Kann man Fernsehsucht bei einem Senior auf irgendeine Art und Weise vorbeugen? Natürlich und dies ist im Grunde sehr einfach. Die beste Form der Vorbeugung ist die Aktivierung und Suche nach Alternativen für die freie Zeit. Wenn der Tag mit positiven Eindrücken ausgefüllt ist, desto geringer ist die Versuchung sich vor den Fernseher zu setzen. Es lohnt sich einer älteren Person das Spazierengehen anzubieten, in die Bibliothek, ins Kino oder ins Theater zu gehen oder sich mit seinen lieben Freunden zu treffen oder den Senior zu verschiedenen intellektuellen Unterhaltungen zu animieren, sei es in Form von Büchern oder das Lösen von Kreuzworträtseln oder Dame zu spielen. Man kann auch einen lokalen Verein für Senioren aufsuchen, wo es immer was Interessantes zu tun gibt und man im ständigen Kontakt zu anderen Menschen gleichen Alters und mit denselben Problemen steht oder dazu bewegen an Vorlesungen der Universität des dritten Lebensalters teilzunehmen. Jede Aktivität um seine Freizeit zu verbringen, die dem Senior Freude bereitet ist wertvoll, denn dadurch wird er nicht das Verlangen haben in die Welt des Fernsehens zu flüchten.

Wenn das Problem da ist, sollte ein Facharzt aufgesucht werden – Psychologe oder Psychotherapeut. Der Senior kann sich anfangs wiedersetzen und den Gedanken, dass er ein Problem hat nicht an sich heran lassen, dann kann man sich an eine Beratungsstelle wenden und sich erkundigen, wie man in dieser Situation am besten vorgehen soll.  Man kann und sollte auch sogenannte Selbsthilfegruppen aufsuchen – Personen, die mit denselben oder ähnlichen Problemen kämpfen, kann dem Senior helfen sich dessen bewusst zu werden, dass man ein Problem hat und dieses bekämpfen muss. Es ist wichtig nicht passiv zuzusehen, sondern eine Lösung zu finden, denn auch wenn einem die Fernsehsucht harmlos erscheint, kann sie schwerwiegende Folgen haben.

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